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 Ehefrau von Bundesminister Franz Josef Jung besuchte behinderte Kinder bei Marine - Verteidigungsminister schaute auch vorbei. Foto: Nicole Muthmann

Ehefrau von Bundesminister Franz Josef Jung besuchte behinderte Kinder bei Marine - Verteidigungsminister schaute auch vorbei. Foto: Nicole Muthmann

Ehefrau von Bundesminister Franz Josef Jung besuchte behinderte Kinder bei Marine – Verteidigungsminister schaute auch vorbei. Glücksburg  – Plön – Marinesoldaten der Marineunteroffizierschule (MUS) in Plön bescherten 30 sogenannten Sorgenkindern einen schönen Tag mit Kuttersegeln und Spielenachmittag. Beate Jung, Gattin von Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung, besuchte am heutigen Donnerstagnachmittag die behinderten Kinder in der Marineunteroffizierschule sowie in der Plöner Jugend- und Freizeitstätte der evangelischen Kirche. Sie ist die Schirmherrin der „Aktion Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien des Bundeswehrsozialwerks“. Minister Jung kam am frühen Abend hinzu, um sich über die soziale Arbeit seiner Soldaten zu informieren. Auf dem Großen Plöner See fahren zwölf Bootsmannschüler der 1. Inspektion der MUS mit den Kindern der Ferienfreizeit in fünf Segelkuttern über ruhiges, windarmes Wasser. Für viele Kinder ist es die erste Bootsfahrt – und Marine haben viele von ihnen auch noch nicht live und hautnah erlebt. Mit der „Seeadler“, das ist eines von zwei Motorbooten der MUS, fährt am Nachmittag Prominenz heran. Beate Jung wird zu jedem einzelnen der Segelkutter gebracht. Sie ruft „Hallo“, winkt den Kindern zu.

Ein Marinesoldat der „Seeadler“ reicht Speiseeiskartons zu den Segelkuttern herüber. Die Kinder freuen sich. Jung hält einem der behinderten Mädchen die Hand. Sie sagt: „Das ist das Wichtigste, was wir machen können: Den Kindern eine Freude bereiten und gleichzeitig ihre Eltern zuhause entlasten.“ Das Mädchen neben Beate Jung lacht und sagt: „Das ist schön hier.“ Auftrag erfüllt für die Deutsche Marine. „Wir wollen erreichen, dass die Kinder einen bunten Nachmittag haben“, sagt der stellvertretende Chef der ersten Inspektion, Korvettenkapitän Dirk Eickelberg. Und seine Soldaten sind motiviert bei der Sache. „Seit eineinhalb Wochen sind wir an der MUS zum Bootsmannlehrgang“, sagt Obermaat Eike Schmidt (21), „seitdem organisieren wir neben unserer Ausbildung das Kinderfest des Bundeswehrsozialwerks.“ Die Aufgabe ist für die jungen Bootsmannschüler eine ungewohnte Herausforderung. „Das ist das erste Mal, dass ich mit behinderten Kindern zu tun habe“, sagt die Soldatin mit geflochtenem blonden Zopf, Obermaat Miriam Clahr (23). Sie betreut mit ihrem Kameraden das Glücksrad, bei dem jeder Dreh einen Gewinn bringt. Der Inspektionschef ergänzt: „Das schult die soziale Kompetenz unserer Soldaten.“ Auch Minister Franz Josef Jung findet das Engagement seiner Soldaten gut. Er sagt: „Das entlastet die Soldatenfamilien. Und unsere Soldaten empfinden das als gelebte Fürsorge, wenn sie sehen, dass es so etwas gibt.“

Die Marineunteroffizierschule (MUS) ist die zentrale Ausbildungsstätte der Deutschen Marine für ihren Unterführernachwuchs. In acht Inspektionen – das sind Kompanien – werden junge Frauen und Männer zu Maaten (Unteroffizieren) und Bootsleuten (Feldwebeln) ausgebildet. Die MUS hat ihren Sitz seit 1960 in Plön-Ruhleben, direkt am Großen Plöner See. Dort versehen zurzeit 603 Soldaten ihren Dienst.

Die behinderten Kinder werden vom Bundeswehrsozialwerk während einer dreiwöchigen Ferienfreizeit in der evangelischen Jugend- und Freizeitstätte in Plön betreut. Insgesamt werden in diesem Jahr über 100 körperlich oder geistig behinderte Kinder während der Sommerferien in vier Regionen der Bundesrepublik betreut. Jede einzelne Ferienfreizeit kostet 70.000 Euro, also insgesamt 280.000 Euro. Die Finanzierung erfolgt über Spenden. Die Ferienfreizeiten ermöglichen es den Eltern der Sorgenkinder sich einige Wochen im Jahr ohne ihre Kinder zu erholen. Die Kinder werden unter Aufsicht von Ärzten und Betreuern Tag und Nacht behütet. Das Bundeswehrsozialwerk wurde 1960 gegründet. Es hilft Soldaten und Angehörigen von Soldaten, wenn sie in Not geraten.

Quelle: Detlef Struckhof, Presse- und Informationszentrum Marine Foto: Nicole Muthmann, Presse- und Informationszentrum Marine

 
06 1689 · 07 2 · # 26. Juni 2017