Home / Aktuelle NEWS / NORDWAND – Eine wahre Geschichte mit Benno Fürmann ab 23.10. im Kino

 
Toni (BENNO FÜRMANN) kämpft verzweifelt in der Nordwand gegen die Naturgewalten.

Toni (BENNO FÜRMANN) kämpft verzweifelt in der Nordwand gegen die Naturgewalten.

Das Filmteam schreibt: „Die Faszination, die von dieser wahren Geschichte ausgeht, ihre unglaubliche Spannung, hat uns vier von Beginn an gepackt und nicht mehr losgelassen. So sehr, dass selbst die gefährlichsten Umsetzungsideen gewagt wurden. NORDWAND ist eine Geschichte über Jugend, Leidenschaft, teuflische Verführungen und der Suche nach den täglichen Herausforderungen, die das Leben junger Generationen erst lebenswert erscheinen lassen. Dabei haben die Biographien von Toni Kurz und Anderl Hinterstoisser, immerhin eine 70 Jahre alte Grundlage dieses Films, nichts von ihrer beeindruckenden und mitreissenden Kraft wie auch Relevanz eingebüßt. Nur wenige werden sich erinnern, aber viele werden sich wiedererkennen. Und dies gilt nicht nur für Alpinisten und naturverbundene Menschen, sondern auch für jene, die – abseits der Berge – ihren Weg noch suchen. Solch extreme Filme wie NORDWAND können nur entstehen, wenn sich Professionalität in Vertrauen und Leidenschaft verwandeln. Großen Dank an das gesamte Team, die Darsteller, die Bergretter und alle Finanziers dieser Drei-Alpenländer-Koproduktion.“

Kurzinhalt

Als Erster die berühmt-berüchtigte Eiger Nordwand zu bezwingen – im Sommer 1936 ist das der Traum vieler Bergsteiger aus ganz Europa. Auch die Gedanken der beiden Berchtesgadener Kletter-Asse Toni Kurz (BENNO FÜRMANN) und Andi Hinterstoisser (FLORIAN LUKAS) kreisen um nichts anderes. Die beiden sind überzeugt, dass sie es schaffen können, auch wenn bereits zahlreiche Versuche in der „Mordwand“ tödlich endeten. Doch mit der Erstbesteigung winkt nicht nur der ersehnte soziale Aufstieg, sondern auch olympisches Gold.

Während der Vorbereitungen am Fuß der Nordwand treffen Toni und Andi überraschend auf Luise (JOHANNA WOKALEK), Tonis Jugendliebe, die als Journalistin an der Seite des Nazi-treuen Reporters Arau (ULRICH TUKUR) über die Erstbesteigung berichten soll. Toni liebt Luise immer noch, aber sie scheint dem charmanten Arau zu erliegen. Verzweifelt beginnt Toni mit Andi den Aufstieg in die Nordwand, dicht gefolgt von den beiden Österreichern Willy Angerer (SIMON SCHWARZ) und Edi Rainer (GEORG FRIEDRICH).?Zunächst läuft alles hervorragend und beide Seilschaften kommen schnell voran. Von der Terrasse des Grand Hotels am Fuß des Eigers werden sie mit Fernrohren voller Spannung von zahlreichen Schaulustigen und der Weltpresse beobachtet – auch von Luise, die erkennt, dass Toni ihre wahre Liebe ist.?

BENNO FÜRMANN als Bergsteiger-Legende Toni Kurz in Philipp Stölzls NORDWAND

BENNO FÜRMANN als Bergsteiger-Legende Toni Kurz in Philipp Stölzls NORDWAND

Doch dann verlieren die Bergsteiger die Kontrolle: Willy wird von einem Steinschlag am Kopf verletzt, das Wetter schwingt um und die vier Alpinisten werden zur Umkehr gezwungen. Mal wieder sieht es so aus, als würde der Berg gewinnen – und während in der Nordwand ein dramatischer Kampf ums Überleben tobt, macht Luise sich auf, ihren Geliebten zu retten. Ein Wettlauf mit der Zeit und den Naturgewalten beginnt…

Mit NORDWAND ist es Regisseur und Drehbuchautor Philipp Stölzl, Multitalent und gefragter Opern-, Musikvideo-, Werbe- und Spielfilmregisseur, gelungen, das Genre des Bergfilms ins 21. Jahrhundert zu übertragen und neu zu definieren. Das atemberaubende Berg-Abenteuer über den gescheiterten Versuch der Erstbesteigung der Eiger Nordwand basiert auf einer wahren Geschichte, die an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten ist. NORDWAND hält den Zuschauer so sehr in Atem, als säße er nicht im sicheren Kinosaal, sondern klettere selbst mit.

Mit Benno Fürmann (WARUM MÄNNER NICHT ZUHÖREN UND FRAUEN SCHLECHT EINPARKEN), Florian Lukas (GOOD BYE, LENIN!) und Johanna Wokalek (DER BAADER MEINHOF KOMPLEX) konnte Philipp Stölzl seine Idealbesetzung vor der Kamera vereinigen. Der Cast wird durch renommierte Darsteller wie Ulrich Tukur (DAS LEBEN DER ANDEREN), Simon Schwarz (SILENTIUM) und Georg Friedrich (KNALLHART) abgerundet.

Hinter der Produktion des deutsch/österreichisch/Schweizer Kinofilms stehen federführend die beiden Produzenten Boris Schönfelder (ANTIKÖRPER) und Danny Krausz (SILENTIUM) sowie Rudolf Santschi (JUSTIZ) und Benjamin Herrmann (DAS WUNDER VON BERN).

Produziert wurde NORDWAND von Dor Film West in Co-Produktion mit MedienKontor Movie, Dor Film, Triluna Film, Majestic Filmproduktion, Lunaris Film- und Fernsehproduktion, Bayerischer Rundfunk, ARD/Degeto, Schweizer Fernsehen und SRG SSR idée suisse, gefördert mit Mitteln der Filmförderungsanstalt, des FilmFernsehFonds Bayern, des Österreichischen Filminstituts, des ORFs (Film/Fernseh-abkommen), des Medienboards Berlin-Brandenburg, der Filmstiftung NRW, des Deutschen Filmförderfonds sowie des Bundesamts für Kultur (EDI) und der Zürcher Filmstiftung.

NORDWAND wird nach seiner Weltpremiere auf dem Filmfest in Locarno am 23. Oktober 2008 in die Kinos kommen.

Mythos Eiger Nordwand

Eiger Nordwand – die legendäre 1800 Meter hohe Fels- und Eismauer im Berner Oberland zieht seit Jahrzehnten nicht nur Kletterer sondern auch bergsteigerische Laien durch eine Vielzahl von spektakulären Ereignissen in ihren Bann. Für die Öffentlichkeit wurde der Eiger zum Inbegriff eines gefahrvollen, schwierigen und oft todbringenden Berges. Die Hartnäckigkeit, mit der sich dieses Bild ins kollektive Gedächtnis eingebrannt hat, mag überraschen, ist jedoch erklärbar.

Andi Hinterstoisser (FLORIAN LUKAS) und Toni Kurz (BENNO FÜRMANN) bei ihrer Ankunft im Berner Oberland, am Fuße des Eigers

Andi Hinterstoisser (FLORIAN LUKAS) und Toni Kurz (BENNO FÜRMANN) bei ihrer Ankunft im Berner Oberland, am Fuße des Eigers

Begründet wurde der Mythos der Eigerwand zunächst in den 1930er-Jahren, als vor der ersten Durchsteigung im Juli 1938 – durch die beiden Deutschen Anderl Heckmair und Ludwig Vörg und die beiden Österreicher Heinrich Harrer und Fritz Kasparek – bei den Wandversuchen insgesamt 9 Alpinisten ums Leben kamen. Seit dem Sommer des Jahres 1935 hatte die Nordwand unter den Spitzenalpinisten als „letztes Problem der Westalpen“ gegolten. Diese Tatsache zog vor allem die damals das Leistungsniveau bestimmenden Bergsteiger aus Deutschland, Österreich und Italien fast magisch zum Eiger. Der brennende Wunsch, die steinschlaggefährdete, brüchige und für Wetterstürze anfällige Wand als erster zu durchsteigen, führte bisweilen zu forcierten Versuchen bei zweifelhaften Wand- und Wetterverhältnissen. Daraus resultierten Tragödien, die zum Teil bis heute rätselhaft geblieben sind und sich tagelang hinzogen – vor den Augen der Presse, die am Eiger bequem und ausführlich von den Hotelterrassen der Kleinen Scheidegg die dramatischen Ereignisse schildern konnte. Und auch das Publikum profitierte von der Lage des Berges und der touristischen Infrastruktur. Nirgends sonst konnte man Alpinismus-Geschichte so real und einfach wie am Eiger miterleben: Auf Wanderwegen unter der Nordwand, oder aber, dank der Jungfraubahn, sogar mit einem eindrücklichen Tiefblick aus der Station Eigerwand, konnte man sich problemlos einen gruseligen Eindruck vom Ort des Geschehens machen. Der Eiger – ein vertikales Amphitheater.

Von keinem anderen Berg der Alpen wurde vor dem Zweiten Weltkrieg mehr berichtet als vom Eiger. Nach den Zeitungs- und Radioreportagen folgten rasch die ersten Bücher, welche die abgestürzten und erfolgreichen Helden des „Heroischen Alpinismus“ vor allem in Europa bekannt machten.

Den Höhepunkt seiner Publizität erlebte der Berg in den Jahren 1957 bis 1966. In dieser Zeit machte nach einer ganzen Reihe von Aufsehen erregenden Unglücken fast jeder Wandversuch Schlagzeilen. Die veränderte Medienlandschaft begünstigte diesen Umstand: Boulevardzeitungen brachten nun ihre Botschaften massenwirksam zu den Lesern. Dazu erschien 1958 mit dem Buch des Erstdurchsteigers Heinrich Harrer, „Die Weiße Spinne“, ein Bestseller, der mit viel Pathos an die Dramen der Vorkriegszeit erinnerte, immer wieder neue Auflagen erlebte und in viele Sprachen übersetzt wurde. Der Eiger wurde endgültig zum globalen Phänomen.

Seitdem ist das Interesse am Eiger nie mehr völlig abgeebbt, vielmehr hat sein Mythos seit 1999 eine Art Renaissance erlebt. Damals wurde eine Durchsteigung der klassischen Route live im Fernsehen übertragen, mit ausgezeichneten Einschaltquoten. Und obwohl sich das Bergsteigen am Eiger grundlegend geändert hat – es werden immer noch neue, immer schwierigere Routen in der Nordwand eröffnet – halten doch meistens die alten, dramatischen Geschichten den Eiger im Gespräch.

Toni Kurz (BENNO FÜRMANN) und Andi Hinterstoisser (FLORIAN LUKAS) auf dem Gipfel des Mühlsturzhorns. Sie wissen, dass sie die bislang unbezwungene Eiger Nordwand schaffen können

Toni Kurz (BENNO FÜRMANN) und Andi Hinterstoisser (FLORIAN LUKAS) auf dem Gipfel des Mühlsturzhorns. Sie wissen, dass sie die bislang unbezwungene Eiger Nordwand schaffen können

Ein Ende des Mythos Eiger ist somit keineswegs absehbar. Schon gar nicht für die Alpinisten. Beinahe jeder dazu fähige Kletterer möchte einmal in seinem Leben die Eigerwand durchsteigen, bevorzugt auf der klassischen Route, der „Heckmair-Route“ von 1938. Heutzutage finden die meisten Begehungen dieser vielleicht berühmtesten Tour der Welt im Winter statt, denn die globale Erwärmung ging auch am Eiger nicht spurlos vorüber: Die berühmten Eisfelder schrumpfen in den Sommermonaten arg zusammen, die Steinschlaggefahr wird dann durch das Abschmelzen des Permafrostes fast unverantwortlich hoch. In der kalten Jahreszeit dagegen präsentiert sich die noch immer schwierige Wand sicherer, so dass die Bergsteiger die unvergleichliche Atmosphäre der Nordwand auch ein wenig genießen können. Denn: Diese Wand hat Geschichte. Jeder moderne Nordwandkletterer erinnert sich der erfolgreichen und gescheiterten Alpinisten, die diese Route einst entdeckt haben. Zum Beispiel an Toni Kurz, der durch sein Sterben im Jahr 1936 zu einer Legende des Bergsteigens wurde, oder an Anderl Heckmair, der die erste erfolgreiche Seilschaft im Jahre 1938 anführte. Ihrem abenteuerlichen Tun nachzuspüren, macht auch noch im 21. Jahrhundert den eigentlichen Reiz einer Durchsteigung aus: klettern auf den Spuren der Pioniere, in der berühmtesten Wand der Alpen.

Chronologische Übersicht der Ereignisse im Juli 1936

18. Juli 1936

Um 2 Uhr früh steigen die Seilschaften Andi Hinterstoisser / Toni Kurz (Deutschland) und Edi Rainer / Willy Angerer (Österreich) in die noch unbezwungene Eiger Nordwand ein. Sie benutzen dabei einen Anstieg, der von den beiden Österreichern bereits am 6. Juli erkundet worden war. Nach dem Schwierigen Riss queren sie aufwärts in Richtung des Ersten Eisfeldes. Direkt vor diesem versperrt eine kompakte, steile Plattenzone den Zustieg. Andi Hinterstoisser überwindet dieses Hindernis mit einem kühnen Seilquergang. Die drei anderen können am Quergangsseil dann problemlos nachfolgen. Hinterstoisser zieht sodann das nun nicht mehr benötigte Seil ab, damit dieses für den weiteren Aufstieg zur Verfügung steht. Die beiden Seilschaften steigen – immer noch getrennt – über das Erste Eisfeld nach oben. Der darüber ansetzende Eisschlauch – er bildet die Verbindung zum Zweiten Eisfeld – kostet die Alpinisten insgesamt 5 Stunden Zeit. Hinterstoisser und Kurz steigen anschließend weiterhin voran, als Angerer offenbar durch Steinschlag am Kopf verletzt wird. Nach einer Notfallversorgung durch Edi Rainer können die beiden zu den Deutschen aufschließen. Am rechten Rand des Zweiten Eisfeldes wird das erste Biwak bezogen.

19. Juli 1936

Willy Angerer scheint sich erholt zu haben, die Kletterer steigen weiter über das Eisfeld nach oben. Nach 06.45 Uhr ist allerdings für die zahlreichen Schaulustigen an den Fernrohren keine weitere Beobachtung mehr möglich – Nebel zieht für den Rest des Tages vor die Wand.

20. Juli 1936

Im ersten Tageslicht kann man erkennen, dass die vier Bergsteiger am Vortag nur wenig über das Zweite Eisfeld hinausgekommen waren. Der Grund dafür ist offensichtlich: Hinterstoisser und Kurz kehren kurze Zeit nach ihrem neuerlichen Aufbruch zu den Österreichern zurück, die noch am Biwakplatz verharren. Angerer ist wohl doch zu schwer angeschlagen, um den Aufstieg fortzusetzen. Um 12 Uhr treten alle den gemeinsamen Rückzug über die Aufstiegsroute an. Der Abstieg bei wechselhaftem Wetter ist schwierig, ständig müssen sich die Anderen um Angerer kümmern, der sich nur noch mühsam weiterschleppen kann. Steinschlag und Schneerutsche begleiten den gefährlichen Rückzug. Bei Einbruch der Dunkelheit gelangt die deutsch-österreichische Seilschaft am oberen Ende des Ersten Eisfeldes an und bezieht ihr drittes Wandbiwak.

21. Juli 1936

Regisseur PHILIPP STÖLZL und seine Hauptdarstellerin: die Eiger Nordwand

Regisseur PHILIPP STÖLZL und seine Hauptdarstellerin: die Eiger Nordwand

Dunkle Wolkenmassen umwabern die Eiger Nordwand, in der Nacht ist Neuschnee gefallen. Am späten Vormittag erspäht man Andi Hinterstoisser beim verzweifelten Versuch, den am ersten Wandtag so souverän bewältigten Quergang in der Gegenrichtung zu klettern. Vergeblich – die Vereisung ist zu groß. Das Abziehen des Seiles erweist sich nun als verhängnisvoller Fehler. Einziger Ausweg für die jungen Kletterer ist nun der direkte Abstieg vom unteren Rand des Ersten Eisfeldes über eine senkrechte bis überhängende Steilstufe, ständig von Neuschneelawinen bedroht. Ein Streckenwärter der Jungfraubahn – die nur wenige Meter hinter der Nordwand im Felsinnern durch den Eiger zum Jungfraujoch fährt – kann kurz nach Mittag von einem Stollenloch Rufkontakt zu den Alpinisten aufnehmen. Aus 200 Meter Entfernung vernimmt er, dass alle wohlauf seien. Er sichert ihnen zu, für sie Tee zuzubereiten. Als die Bergsteiger um 15.00 Uhr noch immer nicht im Stollenloch aufgetaucht sind, versucht der Streckenwärter abermals, mit ihnen in Verbindung zu treten. Sofort vernimmt er – trotz schlechtester Wetterverhältnisse – deutliche Hilferufe aus der Wand. Glücklicherweise können drei Bergführer, die sich auf der Station Eigergletscher der Jungfraubahn aufhalten, telefonisch von der Notlage in der Eigerwand verständigt werden. Adolf Rubi, Christian Rubi und Hans Schlunegger fahren mit einem Sonderzug zum Stollenloch und steigen von dort in die sturmumtoste Wand aus. Nach kurzer Querung erkennen sie hoch über sich Toni Kurz in den Felsen und versuchen, sich mit ihm zu verständigen. Weitere Lebenszeichen können sie nicht wahrnehmen, Genaues über die Situation der Seilschaft kann man den Wortfetzen von Kurz nicht entnehmen. Angesichts der fortgeschrittenen Tageszeit und der katastrophalen Wetter- und Wandverhältnisse unterrichten die Bergführer den jungen Berchtesgadener von ihrem Entschluss zum Rückzug, sichern ihm jedoch einen erneuten Rettungsversuch für den nächsten Morgen zu. Toni Kurz antwortet mit gellenden Verzweiflungsschreien, trotzdem kehren die konsternierten Bergführer durch das Stollenloch in die Sicherheit des Tunnels und dann zur Station Eigergletscher zurück.

22. Juli 1936

Bereits um 04:30 Uhr befinden sich die Bergführer – zu ihnen ist als vierter noch Arnold Glatthard gestoßen – wieder auf dem Absatz vor dem Stollenloch. Zu ihrer Überraschung antwortet Toni Kurz von oben auf ihre Rufe: Der junge Alpinist hat die einsame, eiskalte Nacht überlebt. Rasch queren die Schweizer in seine Richtung, kommen jedoch nur bis etwa 40 Meter unterhalb seines ausgesetzten Standpunktes. Zwischen den Rettern und Toni Kurz befindet sich eine überhängende Felspartie. Kurz zuvor hatte Hans Schlunegger ein 60-Meter-Seil verloren, das er sich zwischen Rücken und Rucksack geklemmt hatte. Endlich ist nun eine klare Verständigung mit Kurz möglich, der die Befürchtungen der Bergführer bestätigt: Die Kameraden von Kurz waren am Vortag alle ums Leben gekommen. Hinterstoisser stürzte bis zum Wandfuß, Angerer und Rainer hingen nahe bei Toni Kurz leblos im Seil. Der Hergang des Unglücks ist unklar.

Die Bergführer können angesichts des Überhangs und der generellen Vereisung der Wand nicht zum jungen Deutschen hochklettern. Sie machen den Vorschlag, dass Kurz eine Schnur herunterlassen solle, um sich ein Seil der Schweizer heraufzuziehen, das er schließlich zum Abseilen benutzen könnte. Kurz erklärt sich einverstanden. Er hat kein freies Seil mehr, muss deshalb das Seilstück zwischen den beiden Toten abschlagen. Mit Zähnen und einer Hand – ein Arm war ihm während der Nacht erfroren – dreht er das Hanfseil in seine Einzelstränge auf und gewinnt nach etwa 2 Stunden mühevoller Arbeit eine Schnur, die bis zu den Bergführern hinabreicht. Diese befestigen daran zwei miteinander verknotete 30-Meter-Seile, denn das lange Seil war ja morgens die Wand hinab gefallen. Kurz zieht nun mühevoll das Seil nach oben, befestigt es an Felshaken und beginnt um 11:00 Uhr sein Abseilmanöver zu den Rettern. Der sich am Ende seiner Kräfte befindende Toni Kurz kommt meterweise nach unten, endlich können ihn die Bergführer sehen, wie er sich langsam auf sie zu bewegt. Doch wenige Meter über den Führern stößt Kurz auf die Verknüpfungsstelle der beiden Seile: er kann den Knoten trotz verzweifelter Versuche nicht durch seinen Abseilkarabiner drücken. Kurz versucht alles, zerrt – von Windstößen gebeutelt – am Seil, die Führer versuchen ihn anzufeuern, können ihn mit den Eispickeln fast berühren, doch es ist alles zu spät: „Ach, es geht nicht“, bringt Kurz nur noch heraus, stöhnt mehrmals auf – und hängt tot im Seil.

Die erschütterten Bergführer bemühen sich noch, die Leiche zu sich heranzuziehen, was jedoch nicht gelingt. Am nächsten Tag versuchen herbeigeeilte Mitglieder der Münchner Bergwacht die Bergung von Toni Kurz. Sein Körper war über Nacht durch am Seil herabgeflossenes Schmelzwasser mit einem Eispanzer eingehüllt worden – ein schrecklicher Anblick. Drei Stunden lang werden alle Möglichkeiten durchdacht und abgewogen, doch schließlich bleibt nur eine Option: Mit einem an einer langen Stange befestigten Messer wird das Seil oberhalb der Leiche abgeschnitten, Toni Kurz stürzt in die Tiefe.

Erst einen Monat später – in der Zwischenzeit waren seine Seilgefährten Angerer und Rainer geborgen worden – findet man seine Leiche in einem 30 Meter tiefen Felsspalt am Wandfuß. Sein Freund Hinterstoisser dagegen liegt noch ein weiteres Jahr in der Nordwand, erst dann kann auch er in seiner Heimat Bad Reichenhall beerdigt werden.

Darsteller

BENNO FÜRMANN spielt Toni Kurz

„Ich verstehe ihren Hunger nach Ruhm. Die hatten ein karges Leben, und jeder Mensch birgt doch in sich ein Bedürfnis nach Größe und Erhebung. Die wollten ihre Träume leben, das Unmögliche möglich machen…“

NORDWAND - Eine wahre Geschichte. Kinostart: 23. Oktober 2008

NORDWAND – Eine wahre Geschichte. Kinostart: 23. Oktober 2008

Benno Fürmann wurde 1972 in Berlin-Kreuzberg geboren. Nachdem er bereits 1991 erste Erfahrungen in Edgar Reitz‘ TV-Mehrteiler „Die zweite Heimat“ und dem Film „Schuld war nur der Bossanova“ sammelte, ging er nach New York und studierte am Lee Strasberg Theatre Institute Schauspiel.

Bereits 1993 erhielt Benno Fürmann seinen ersten Adolf-Grimme-Preis für Bernd Schadewalds TV-Drama „Schicksalsspiel“. Als Tankwart in der RTL-Serie „Und Tschüss“ wurde Fürmann 1995 schlagartig bekannt. 1997 mimte er erfolgreich die Boxlegende Bubi Scholz in Roland Suso Richters TV-Film „Die Bubi-Scholz-Story“, wofür er den Deutschen Fernsehpreis als Bester Schauspieler erhielt. Es folgten neben zahlreichen TV-Produktionen u.a. Caroline Links Erich Kästner-Verfilmung PÜNKTCHEN UND ANTON, Sönke Wortmanns ST. PAULI NACHT, Stefan Ruzowitzkys Erfolgsthriller ANATOMIE sowie Tom Tykwers DER KRIEGER UND DIE KAISERIN.

Als Benno Fürmann 2006 im RTL-Quotenrekord „Die Sturmflut“ die Hauptrolle spielte, gehörte er schon lange zur Topriege der deutschen Schauspieler. Fürmann wirkte in internationalen Produktionen wie Richard Loncraines TV-Verfilmung „My House in Umbria“ oder im Oscar-nominierten 1. Weltkriegs-Drama MERRY CHRISTMAS von Christian Carion mit sowie in Christian Petzolds preisgekröntem Film WOLFSBURG, wofür er 2002 den Adolf-Grimme-Preis in Gold erhielt. Ebenso wurde Fürmann 2000 mit dem Bayerischen Filmpreis in der Kategorie Bester Schauspieler für FREUNDE und auf der Berlinale 2001 als Shooting Star des europäischen Films ausgezeichnet. 2006 folgte der Jupiter für seine darstellerische Leistung in MERRY CHRISTMAS und 2007 für „Die Sturmflut“.

Auch 2007 war Benno Fürmann in zahlreichen Produktionen zu sehen, darunter Ben Sombogaarts Mittelalter-Fantasyfilm KREUZZUG IN JEANS, Marc Rothemunds Komödie PORNORAMA und Leander Haußmanns WARUM MÄNNER NICHT ZUHÖREN UND FRAUEN SCHLECHT EINPARKEN.

Jüngst war Benno Fürmann in dem neusten Werk der Wachowski-Brüder, SPEED RACER zu sehen und hat gerade die Dreharbeiten zu Christian Petzolds neuem Film JERICHOW abgeschlossen.

Filmografie (Auszug):

2008 NORDWAND, Regie: Philipp Stölzl

SPEED RACER, Regie: Larry & Andy Wachowski

KAIFECK MURDER, Regie: Esther Gronenborn

2007 WARUM MÄNNER NICHT ZUHÖREN UND FRAUEN SCHLECHT EINPARKEN,

Regie: Leander Haußmann

PORNORAMA, Regie: Marc Rothemund

2005 DIE WILDEN HÜHNER, Regie: Vivian Naefe

MERRY CHRISTMAS, Regie: Christian Carion

2004 GESPENSTER, Regie: Christian Petzold

2003 SIN EATER, Regie: Brian Helgeland

2002 WOLFSBURG, Regie: Christian Petzold

2001 NACKT, Regie: Doris Dörrie

1999 DER KRIEGER UND DIE KAISERIN, Regie: Tom Tykwer

ANATOMIE, Regie: Stefan Ruzowitzky

1998 PÜNKTCHEN UND ANTON, Regie: Caroline Link

ST. PAULI NACHT, Regie: Sönke Wortmann

DER EISBÄR, Regie: Til Schweiger, Granz Henman

JOHANNA WOKALEK spielt Luise Fellner

„Ich wollte unbedingt klettern. Deswegen war ich zur Vorbereitung auch vor Ort – am Gletscher, im Tunnel und den Stollenlöchern der Jungfraubahn. Und ich war mit einem Bergführer auf einem Klettersteig am Fuß des Eigers und ein Stück in die Eiger Nordwand rein unterwegs. Das ist ein Erlebnis. Wirklich in der Wand zu sein und zu sehen, wie es senkrecht in die Tiefe geht, ist ein ganz eigenes Gefühl. Das muss man erlebt haben, um zu wissen, wie sich das anfühlt…“

Die erfolgreiche Theater- und Filmschauspielerin wurde in Freiburg geboren. Bereits während der Schulzeit entdeckte Johanna Wokalek ihre Liebe zum Theaterspielen. Nach ihrer Ausbildung am renommierten Max-Reinhard-Institut in Wien debütierte Johanna Wokalek 1996 bei den Wiener Festwochen in dem Stück „Alma – A Show Biz Ans Ende“ (Regie: Paulus Manker), das 1999 auch mit ihr verfilmt wurde.

Gleich nach dem Studium folgte ein Zweijahresengagement am Schauspielhaus Bonn, wo sie unter anderem als Rose Bernd in Gerhart Hauptmanns gleichnamigen Stück (Regie: Valentin Jeker) zu sehen war. Von dort führte sie ihr Weg zurück nach Wien, wo sie seit rund sieben Jahren fest am Burgtheater engagiert ist und u.a. in Luc Bondys „Die Möwe“ und Andrea Breths „Emilia Galotti“ zu sehen war.

Parallel begann die junge Schauspielerin ihre Kinokarriere. So war sie die Ilse in AIMÉE & JAGUAR (1998), Max Färberböcks Drama mit Maria Schrader und Juliane Köhler. Für ihre Verkörperung der Lene Thurner in dem tragischen Heimatdrama HIERANKL (Regie: Hans Steinbichler, 2003) erhielt sie 2003 den Bayerischen Filmpreis als Beste Darstellerin und den Adolf-Grimme-Preis. Außerdem spielte sie mit Til Schweiger in dem Publikumserfolg BARFUSS.

2006 wurde Johanna Wokalek für ihr darstellerisches Können als European Shooting Star ausgezeichnet.

Im Herbst 2008 ist Johanna Wokalek auch in der Bernd Eichinger-Produktion DER BAADER MEINHOF KOMPLEX (2008, Regie: Uli Edel) zu sehen. Überdies hat sie die Hauptrolle in DIE PÄPSTIN unter der Regie von Sönke Wortmann übernommen.

Filmografie (Auszug):

2008 NORDWAND, Regie: Philipp Stölzl

DER BAADER MEINHOF KOMPLEX, Regie: Uli Edel

2006 YOON, Regie: Christian Frosch

2005 BARFUSS, Regie: Til Schweiger

2003 HIERANKL, Regie: Hans Steinbichler

1997 AIMÉE UND JAGUAR, Regie: Max Färberböck

FLORIAN LUKAS spielt Andi Hinterstoisser

„Ich finde, das tolle an unserer Geschichte ist, dass wir von Pionieren erzählen, die sich mit einfachster Ausrüstung Meter für Meter hochgearbeitet haben…“

Florian Lukas, geboren 1973 in Berlin, begann im Alter von 17 Jahren, Theater zu spielen. Zunächst in freien Theatergruppen, von 1993 bis 1998 auch als Gast am Berliner Ensemble und am Deutschen Theater in Berlin.

1990 drehte er dann seinen ersten Film BANALE TAGE, daraufhin folgten zahlreiche Rollen in Fernseh- und Kinofilmen. Einem größeren Kinopublikum wurde Florian Lukas mit Til Schweigers DER EISBÄR (1998) bekannt. Für seine Darstellungen in Sönke Wortmanns ST. PAULI NACHT (1998) und Sebastian Schippers ABSOLUTE GIGANTEN (1999) erhielt er den Bayerischen Filmpreis als Bester Nachwuchsdarsteller.

Mit seiner Rolle in Wolfgang Beckers internationalem Publikumshit GOOD BYE, LENIN! (2003) überzeugte Florian Lukas das Publikum und erhielt den Deutschen Filmpreis 2003 sowie einen Bambi.

Mittlerweile hat Florian Lukas in über sechzig Film- und Fernsehproduktionen sowie in zahlreichen Hörspielen mitgewirkt. Zuletzt stand er für Hans-Christoph Blumenbergs WARTEN AUF ANGELINA vor der Kamera.

Filmografie (Auszug):

2008 NORDWAND, Regie: Philipp Stölzl

WARTEN AUF ANGELINA, Regie: Hans-Christoph Blumenberg

2007 STELLUNGSWECHSEL, Regie: Maggie Peren

KEIN BUND FÜRS LEBEN, Regie: Granz Henman

2006 FC VENUS, Regie: Ute Wieland

2005 KEINE LIEDER ÜBER LIEBE, Regie: Lars Kraume

ONE DAY IN EUROPE, Regie: Hannes Stöhr

2004 KAMMERFLIMMERN, Regie: Hendrik Hölzemann

2003 LIEGEN LERNEN, Regie: Hendrik Handloegten

BEFREITE ZONE, Regie: Norbert Baumgarten

GOOD BYE, LENIN!, Regie: Wolfgang Becker

1999 ABSOLUTE GIGANTEN, Regie: Sebastian Schipper

1998 DER EISBÄR, Regie: Til Schweiger, Granz Henman

ST. PAULI NACHT, Regie: Sönke Wortmann

1997 DUNCKEL, Regie: Lars Kraume

1994 EX, Regie: Mark Schlichter

1990 BANALE TAGE, Regie: Peter Welz

SIMON SCHWARZ spielt Willy Angerer

„An der Rolle hat mich vor allem sein Fanatismus fasziniert. Er war ein begnadet guter Bergsteiger und kein Selbstmörder. Er dachte, dass er es schaffen würde, sonst wäre er nie auf diesen Berg gestiegen. Er musste einfach auf diesen Berg, es war sein innerer Drang, um ein neues Level zu erreichen. Ich kann mich damit sehr gut identifizieren, denn schon als Kind war mein großes Ziel, Expeditionen in die Arktis oder auf den Himalaja zu machen. Das heißt, dass man für ein Ziel sein Leben aufs Spiel setzt, dieser Gedanke war mir nicht fremd…“

Simon Schwarz wurde 1971 in Wien geboren. Nach einer Tanzausbildung im Fach Tanztheater sowie einer klassischen Ballettausbildung nahm er Schauspielunterricht an der Zürcher Anne Woolliams-Schule und besuchte die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin.

Es folgten Theaterengagements am Stadttheater Klagenfurt, am Stadttheater Luzern sowie am Joll Théatre Basel, ehe er 1996 in der Fernsehserie „Spiel des Lebens“ (ZDF) sein Fernsehdebüt feierte.

Größere Bekanntheit erlangte Simon Schwarz 1998 mit Stefan Ruzowitzkys Spielfilm DIE SIEBTELBAUERN, wofür er mit dem Max-Ophüls-Preis des Filmfestivals Saarbrücken ausgezeichnet wurde.

Zuletzt stand Simon Schwarz für DER KNOCHENMANN (2008) von Wolfgang Murnberger und RÄUBER KNEISSL (2008) von Markus H. Rosenmüller vor der Kamera.

Filmografie (Auszug):

2008 NORDWAND, Regie: Philipp Stölzl

2007 SCHWERE JUNGS, Regie: Markus H. Rosenmüller

2005 SILENTIUM, Regie: Wolfgang Murnberger

2004 CRASH TEST DUMMIES, Regie: Jörg Kalt

2003 ADAM & EVA, Regie: Paul Harather

2002 STORNO, Regie: Elke Weber-Moore

2001 KOMM, SÜSSER TOD, Regie: Wolfgang Murnberger

2000-

2004 „Trautmann“ – Regie: Harald Sicheritz und Thomas Roth

1999 LIEBESLUDER, Regie: Detlev Buck

1998 DIE SIEBTELBAUERN, Regie: Stefan Ruzowitzky

1996 TEMPO, Regie: Stefan Ruzowitzky

GEORG FRIEDRICH spielt Edi Rainer

„Dafür, dass ich eigentlich nicht ganz schwindelfrei bin, war es für mich überraschend, dass ich mich doch relativ schnell ans Bergsteigen gewöhnt habe; man muss nur seine wahnsinnige Angst überwinden…“

Der 1966 in Wien geborene Georg Friedrich besuchte die Wiener Schauspielschule Krauss, bevor er ab 1983 in zahlreichen, hauptsächlich österreichischen Film- und Fernsehproduktionen mitwirkte.

In den vergangenen Jahren war er vermehrt auf der Theaterbühne zu sehen, so

wie bei den Sommerfestspielen Perchtoldsdorf und an der Berliner Volksbühne.

Bei der Berlinale 2004 wurde Georg Friedrich als European Shooting Star ausgezeichnet.

Im Kino spielte Georg Friedrich in Filmen wie KNALLHART (2006) von Detlev Buck, IMPORT/EXPORT (2007) von Ulrich Seidl und DAS WILDE LEBEN (2007) unter der Regie von Achim Bornhak.

Filmografie (Auszug):

2008 NORDWAND, Regie: Philipp Stölzl

2007 DAS WILDE LEBEN, Regie: Achim Bornhak

IMPORT / EXPORT, Regie: Ulrich Seidl

2006 KNALLHART, Regie: Detlev Buck

2005 DIE UNERZOGENEN, Regie: Pia Marais

2004 KELLER – TEENAGE WASTELAND, Regie: Eva Urthaler

2003 BÖSE ZELLEN, Regie: Barbara Albert

WELCOME HOME, Regie: Andreas Gruber

2002 NACKTSCHNECKEN, Regie: Michael Glawogger

2001 HUNDSTAGE, Regie: Ulrich Seidl

1992 KINDER DER LANDSTRASSE, Regie: Urs Egger

ULRICH TUKUR spielt Henry Arau

Ulrich Tukur ist einer der bekanntesten wie versiertesten Schauspieler unserer Zeit. Ein Multitalent, das virtuos zwischen Bühne, Film und Musik wandelt. Er spielt häufig abgründige, zerrissene Figuren und geht dabei an seine Grenzen. Nazioffiziere und Kindermörder stellt er erschreckend authentisch dar, brilliert als junger Herbert Wehner in der Breloer-Verfilmung „Wehner. – Die unerzählte Geschichte“ oder als RAF-Terrorist Andreas Baader in Reinhard Hauffs Film STAMMHEIM.

Sein schauspielerischer Anfang gelang Ulrich Tukur nach seinem Abitur 1980 an der Staatlichen Hochschule für Darstellende Kunst in Stuttgart. Noch in Studienzeiten spielte Tukur bereits seine erste Hauptrolle in Michael Verhoevens Geschichtsdrama DIE WEISSE ROSE, worauf bald Reinhard Hauffs Berlinale-Gewinnerfilm STAMMHEIM folgte. Der große Durchbruch am Theater gelang Ulrich Tukur mit der Rolle des SS-Offiziers Kittel in Joshua Sobols Theaterstück „Ghetto“. Von da an wurde auch das Deutsche Schauspielhaus Hamburg zu seiner künstlerischen Heimat. Hier spielte Tukur von 1985 bis 1995 in zahlreichen Hauptrollen.

An die 70 TV- und Kinorollen gehen heute auf das Konto des international erfolgreichen Stars. Mit Harvey Keitel spielte er in István Szábós TAKING SIDES – DER FALL FURTWÄNGLER (2001), mit George Clooney in SOLARIS (2003, Regie: Steven Soderbergh) und neben Ulrich Noethen in Rainer Kaufmanns EIN FLIEHENDES PFERD. Für seine schauspielerischen Leistungen ist Ulrich Tukur bereits unzählige Male ausgezeichnet worden. 1986 wurde er von den Deutschen Theaterkritikern als Schauspieler des Jahres ausgezeichnet. 2000 folgte der Adolf-Grimme-Preis, 2004 der Deutsche Fernsehpreis für den besten Schauspieler in dem ARD-Tatort „Das Böse“, 2006 der Deutsche Filmpreis für seine schauspielerische Leistung als Bester Nebendarsteller in dem Oscar-Gewinner DAS LEBEN DER ANDEREN.

Zuletzt stand Ulrich Tukur als Hauptdarsteller für JOHN RABE unter der Regie von Oscar-Preisträger Florian Gallenberger vor der Kamera. Der Film wird Anfang 2009 in die Kinos kommen.

Filmografie (Auszug):

2008 NORDWAND, Regie: Philipp Stölzl

SÉRAPHINE, Regie: Martin Provost

2007 EIN FLIEHENDES PFERD, Regie: Rainer Kaufmann

2006 „Mein alter Freund Fritz“, Regie: Dieter Wedel

2005 DAS LEBEN DER ANDEREN, Regie: Florian Henckel von Donnersmarck

2004 „Stauffenberg“, Regie: Jo Baier

„Die fremde Frau“, Regie: Matthias Glasner

2003 „Tatort – Das Böse“, Regie: Nikolaus Stein von Kamienski

SOLARIS; Regie Steven Soderbergh

2002 DER STELLVERTRETER (AMEN), Regie: Constantin Costa-Gavras

2001 TAKING SIDES – DER FALL FURTWÄNGLER, Regie: István Szábó

2000 BONHOEFFER – DIE LETZTE STUNDE, Regie: Eric Till

1995 MUTTERS COURAGE, Regie: Michael Verhoeven

1993 „Wehner. – Die unerzählte Geschichte“, Regie: Heinrich Breloer

1992 DIE SPUR DES BERNSTEINZIMMERS, Regie: Roland Gräf

1986 STAMMHEIM, Regie: Reinhard Hauff

1982 DIE WEISSE ROSE, Regie: Michael Verhoeven

ERWIN STEINHAUER spielt Emil Landauer

Erwin Steinhauer, 1951 in Wien geboren, entdeckte bereits während seiner Schulzeit seine Leidenschaft für die Schauspielerei. Auf Wunsch seines Vaters begann er jedoch zunächst ein Studium der Geschichte und Germanistik. 1974 gründete er mit einigen Freunden das Kabarettensemble „Keif“, mit dem er in den darauf folgenden Jahren in Österreich und Deutschland auftrat. 1982 bekam er ein Engagement am Wiener Burgtheater, wo er bis 1988 tätig war. Weitere Engagements bei den Salzburger Festspielen sowie am Wiener Volkstheater folgten.

Im Fernsehen war er von 2001 bis 2003 als Gendarmerieinspektor Polt in der „Polt“-Krimireihe (Regie: Julian Pölsler) sowie in acht Episoden der ORF-Krimireihe „Trautmann“ (2000-2004, Regie: Thomas Roth, Harald Sicheritz) zu sehen. Dieses Jahr verkörperte er den Pfarrer Mathias Richter in zwei Folgen der Reihe „Der Arzt vom Wörthersee“ (Regie: Peter Weissflog). Neben seinen Engagements für Theater und Film sowie diversen Kabarett-Projekten, wirkte Erwin Steinhauer als Hörspielsprecher in rund 40 ORF-Hörspielen mit.

Filmografie (Auszug):

2008 NORDWAND, Regie: Philipp Stölzl

2007 „Die Geschworene“, Regie: Nikolaus Leytner

2006 „Die Brüder III“, Regie: Wolfgang Murnberger

FREUNDSCHAFT, Regie: Rupert Henning

2005 „Mutig in die neuen Zeiten – Im Reich der Reblaus“, Regie: Harald Sicheritz

„Die Spielerin“, Regie: Erhard Riedelsperger

2000-

2004 „Trautmann“, 8-teilige Reihe, Regie: Thomas Roth, Harald Sicheritz

2003 „Familienkreise“, Regie: Stefan Krohmer

„Dinner for two“, Regie: Xaver Schwarzenberger

„Die Brüder II“, Regie: Wolfgang Murnberger

2002 „Die Brüder I“, Regie: Wolfgang Murnberger

1997 „Das ewige Lied“, Regie: Franz Xaver Bogner

PETRA MORZÉ spielt Elisabeth Landauer

Die erfolgreiche österreichische Schauspielerin und Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters wurde in Klagenfurt geboren. Nach dem Schulabschluss ging sie für ein Jahr nach Israel, nahm Schauspielunterricht und spielte in EIS AM STIEL eine erste kleine Filmrolle. Zurück in Österreich, bekam sie ein Stipendium für die Grazer Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, wo sie ihr Schauspieldiplom machte. Sie spielte fast auf allen bedeutenden Bühnen Österreichs: am Schauspielhaus Graz, am Volkstheater, im Theater in der Josefstadt, und schließlich am Burgtheater, wo sie nun fest engagiert ist. Sie war bei den Salzburger Festspielen und mehrmals bei den Festspielen in Reichenau zu sehen. Ihre Fernsehkarriere ist durch Erfolgsserien wie „Polly Adler“ oder „Tatort“ gekennzeichnet. Zudem spielte sie in den erfolgreichen Kinofilmen ANTARES (2004), KARO UND DER LIEBE GOTT (2005), IMPORT/EXPORT (2005) und 42PLUS (2006) mit.

Filmografie (Auszug):

2008 NORDWAND, Regie: Philipp Stölzl

LOURDES, Regie: Jessica Hausner

2007 „Das jüngste Gericht“, Regie: Urs Egger

„Polly Adler“, Regie: Peter Gersina

2006 42PLUS, Regie: Sabine Derflinger

2005 IMPORT /EXPORT, Regie: Ulrich Seidl

„Tatort – Das Lächeln der Madonna“, Regie: Christoph Stark

KARO UND DER LIEBE GOTT, Regie: Danielle Prosker

„Polly Adler“, Regie: Peter Ily Huemer

HANSPETER MÜLLER-DROSSAART spielt Hans Schlunegger

Hanspeter Müller-Drossaart, geboren 1955 in Sarnen (Kanton Obwalden), hatte nach seiner Schauspielausbildung an der Akademie Zürich Engagements an verschiedenen Theatern, u.a. am Theater am Neumarkt, am Burgtheater Wien und am Schauspielhaus Zürich. Bei zahlreichen Inszenierungen übernahm er Hauptrollen, wie bei den Stücken „The Black Rider“ (Regie: Stephan Müller), „Die Macht der Gewohnheit“ (Regie: Harald Clemen), „Carleton“ (Regie: Volker Hesse), „Kabale und Liebe“ (Regie: Stefan Müller) und in Basel als König Kreon in „Antigone“ (Regie: H.D. Jendreyko).

Parallel zu seiner Theaterarbeit spielte er auch in Kinofilmen wie Grounding – Der Untergang der Swissair (Regie: Michael Steiner), Jeune Homme (Regie: Christoph Schaub), Cannabis, Haschisch im Bundesrat (Regie: Niklaus Hilber) und Vollmond (Regie: Fredi M. Murer).

Im Mai 2007 wurde Hanspeter Müller-Drossaart mit dem Publikumspreis der Schweizer Zeitschrift Tele als Beliebtester Filmschauspieler ausgezeichnet.

Zurzeit ist er mit der erfolgreichen holländischen Komödie „Alte Freunde“ auf Schweizer Tournee.

Filmografie (Auszug):

2008 NORDWAND, Regie: Philipp Stölzl

2006 MARMORERA, Regie: Markus Fischer

HELLO GOODBYE, Regie: Stefan Jäger

2005 GROUNDING, Regie: Michael Steiner

JEUNE HOMME, Regie: Christoph Schaub

CANNABIS, HASCHISCH IM BUNDESRAT, Regie: Niklaus Hilber

2003 STERNENBERG, Regie: Christoph Schaub

2001 ANNA WUNDER, Regie: Ulla Wagner

1997 PASTRY, PAIN & POLITICS, Regie: Stina Werenfels

VOLLMOND, Regie: Fredi M. Murer

STAB

PHILIPP STÖLZL – Drehbuch und Regie

Ein Multitalent. Das kann man über Philipp Stölzl sagen, ohne zu übertreiben. Bewegt sich der mittlerweile vierzigjährige Regisseur doch nahtlos zwischen so unterschiedlichen Genres wie Spielfilm, Oper, Musikvideo und Werbefilm.

1967 in München geboren, begann Stölzl seine Karriere am Theater, zunächst als Ausstattungsassistent an den Münchner Kammerspielen, dann für einige Jahre als freischaffender Bühnen- und Kostümbildner an Bühnen in ganz Deutschland.

1997 hängte Stölzl das Theater vorübergehend an den Nagel und ging zum Film. Er heuerte bei den österreichischen Musikvideolegenden DoRo in Wien an und wurde Musikvideo-Regisseur. Mit dem Clip zu Rammsteins „Du hast“ gelang ihm der Durchbruch. Es folgten zahlreiche Arbeiten für deutsche und internationale Acts wie Marius Müller-Westernhagen, Rosenstolz, Die Ärzte, Die Toten Hosen, Faith No More, Mick Jagger, Luciano Pavarotti oder Evanescence etc. Seine Videos zu Madonnas „American Pie“ und zum Bond-Titelsong von „The World is Not Enough“ gehören zu den Klassikern des Genres.

Seit 2000 ist Stölzl vermehrt auch in der Werbung tätig, drehte unter anderem Spots für Marken wie BMW, Nokia, Rolex, Sony und New Yorker.

2001 folgte der lang ersehnte Schritt zum Spielfilm. Nach einem Kurzfilm mit dem Titel MORITURI TE SALUTANT gab Stölzl sein Kinodebut mit der hochgelobten Tragikomödie BABY, die auf dem Festival in San Sebastian ihre Premiere feierte.

2005 dann erweiterte Stölzl sein Spektrum ein weiteres Mal. Am Meiniger Theater übernahm er Regie und Bühnenbild für Webers „Freischütz“. Die Inszenierung wurde ein Erfolg und machte Stölzl mit einem Schlag zum gefragten Opernregisseur. Es folgten „Rubens“ für die Ruhrtriennale 2006 und Berlioz „Benvenuto Cellini“ für die Salzburger Festspiele 2007, Gounods „Faust“ für das Theater Basel, Inszenierungen bis ins Jahr 2011 sind bereits in Planung.

Filmografie:

Kinofilme

2008 NORDWAND

2001 BABY

2000 MORITURI TE SALUTANT (Kurzfilm)

Dieser Berg ist wie eine Sphinx…

Interview mit Philipp Stölzl

Sie inszenieren Opern, drehen Musikvideos und Werbefilme. Wie kamen Sie gerade darauf, einen Eiger-Film zu machen?

Der Erfinder des Films, Boris Schönfelder, hat einen Regisseur für das Projekt gesucht und mir das Drehbuch geschickt. Ich war sofort fasziniert von der aberwitzigen Geschichte um Toni Kurz. Da war auf der einen Seite ein sehr intensives Drama über vier Menschen und ihren existentiellen, brutalen Überlebenskampf am Berg. Auf der anderen Seite ein Stück Zeitgeschichte über die ideologische Verwertung des Bergsports in der Nazizeit. Es ist diese sehr spezielle Mischung, die die Geschichte meiner Meinung nach zum spannenden Kinostoff macht.

Gibt es Parallelen zwischen NORDWAND und Ihren Videoclips?

Mädchen in Bikinis? (lacht) Das kann man wirklich schwer vergleichen, ganz anderes Genre, andere Länge, andere Prämissen, ich weiß gar nicht, ob es Sinn macht, da überhaupt Parallelen zu suchen. Manche, die mich länger kennen, würden vielleicht sagen, ich hätte eine Affinität zu schweren, dramatischen Geschichten, die man auch schon in meinen Musikvideos sehen kann. Ich weiß gar nicht, ob das stimmt. Ich begeistere mich für einen Song oder eine Geschichte und versuche, sie kraftvoll mit der Kamera umzusetzen, dem nachzuspüren, was sie ausmacht, die richtigen Farben für sie zu finden, egal ob melodramatisch, düster, komisch, oder was auch immer.

Was hat Sie an dem historischen Hintergrund der Geschichte gereizt?

Die mörderische Wandkletterei der 20er- und 30er-Jahre hat etwas sehr Existenzielles. Junge Typen ohne große Aussichten im Leben radeln zu einem gefährlichen Berg, auf der Suche nach einem Ziel, irgendeinem Ziel für sich. Und sind notfalls bereit, für dieses Ziel ihr Leben zu lassen. Das passte natürlich ganz hervorragend in den Kanon der Nazimythen und ist entsprechend ideologisch aufgeheizt und verwertet worden. Man muss sich nur Robert Ley, den KdF-Chef anhören: „Die deutsche Jugend trainiert im Kampf mit dem Berg ihre Manneskraft und lernt dabei, zu sterben!“ Und so weiter. Alles für eine Idee, einen Mythos zu geben, notfalls eben auch das eigene Leben, dieser nibelungenhafte Flirt mit dem Heldentod, das ist es, was die Nazis so am Bergsteigen interessiert hat. Denn von dort ist es gedanklich natürlich nur noch einen kleiner Schritt für ein Deutschland bis zum Ural zu marschieren.

NORDWAND entstand unter extremen Bedingungen. Was waren die größten Probleme?

Drehen ist immer mühsam, selbst in einem Kaffeehaus: Du bringst das ganze Material hin, leuchtest die Räume ein, die Schauspieler müssen geschminkt und kostümiert werden, du hast viel Programm in wenig Zeit abzuarbeiten. Im Gebirge aber ist alles doppelt und dreifach mühsam: Selbst winzige Dialogszenen sind aufwändig, weil die Leute erst einmal am Seil hingehängt werden müssen. Und raufkommen musst Du ja auch erstmal. Da ist schon mal der halbe Tag weg. Endlich ist alles aufgebaut. Dann fängt’s aber an zu regnen. Und so weiter. Frustrierend. Nicht ohne Grund haben Luis Trenker und Kollegen oft Jahre an ihren Filmen gedreht, bis sie endlich fertig waren.

Haben Sie oft gedacht: Mist, was habe ich mir da bloß aufgehalst?

Ehrlich gesagt: Ja. Vor allem wenn das Wetter nicht mitspielt und man warten muss. Das ist für mich ungeduldigen Menschen eine pure Qual. In einer Szene stehen Toni Kurz und Andi Hinterstoisser in Berchtesgaden am Gipfel und dafür brauchten wir Sonne, das sollte schön und strahlend rüberkommen, als Kontrast zum Schneedesaster später im Film. Erster Tag: Dichter Nebel. Den ganzen Tag warten. Dann wieder runterfahren ohne einen Meter gedreht zu haben. Zweiter Tag: Wieder Nebel, jetzt aber dazwischen winzige Sonnenlöcher von vielleicht zwei bis fünf Minuten. In denen haben wir dann die Szene gedreht. Das geht, musste gehen. Ist aber für alle, vor allem für die Schauspieler, furchtbar, weil man natürlich nie in einen Spielfluss kommt. Am Eiger hatte ich meinen absoluten Tiefpunkt, ich kriege jetzt noch Bauchschmerzen und schlechte Laune, wenn ich daran denke. Der Schnitt ist fast fertig, jetzt wollen wir noch aus dem Helikopter filmen, Doubles im zweiten Eisfeld, Schüsse, die ich im Film noch dringend brauche. Die Produzenten haben ein allerletztes Mal Geld locker gemacht. Aber es ist einfach zu warm, Steinschlaggefahr in der Wand. Ich sehe mich selber, wie ich depressiv auf der Kleinen Scheidegg unterhalb der Eiger Nordwand in der Sonne hocke. Alles war da: zwei knallrote Helis, die Doubles iM Kostüm, Kameraleute – aber es war zu warm. Geld weg. Chance vertan. Ich glaube, jeder Film hat sein Eigenleben, und das Element des Zufalls ist viel größer, als man das immer wahrhaben möchte, aber gerade beim Bergfilm bist du sehr abhängig davon.

(Auszug eines Interviews, geführt von Dirk von Nayhauß, erschienen in „NORDWAND – Das Drama des Toni Kurz am Eiger“, AS Verlag 2008)

CHRISTOPH SILBER – Drehbuch

Der gebürtige Berliner Christoph Silber war als Sänger, Karikaturenzeichner und freier Journalist tätig, bevor er nach einer 2-jährigen Schauspielausbildung 1996 sein Debut als Drehbuchautor am renommierten Wiener Burgtheater mit einer Adaption von Puccinis „Tosca“ gab.

Es folgten zahlreiche Drehbücher für deutsche und auch internationale Kinoproduktionen. So war Christoph Silber als Co-Autor an dem preisgekrönten Film GOOD BYE, LENIN! (2003) beteiligt. Zudem schrieb er die Drehbücher zu den Tatort-Folgen „Schattenspiel“ (2006) und „Investigativ“(2007).

Zuletzt realisierte Christoph Silber als Regisseur und Drehbuchautor den Film WIE MAN SICH UMBRINGT, OHNE ZU STERBEN (2007). Zudem schrieb er das Drehbuch zu DIE TRÄNEN MEINER MUTTER (2008).

RUPERT HENNING

Drehbuch

Geboren 1967 in Klagenfurt, lebt Rupert Henning als freier Schriftsteller, Schauspieler und Regisseur in der Nähe von Wien. Seit 1984 geht er seiner Autorentätigkeit nach und publizierte eine Vielzahl an Lyrik, Prosa, Glossen und Satiren, für die er zahlreiche Literaturpreise im In- und Ausland erhielt. Ab 1986 absolvierte er eine Schauspiel- und Regieausbildung in Wien.

Seit 1987 wirkte er in über 70 Theaterproduktionen als Schauspieler, Regisseur und Dramaturg mit und realisierte zahlreiche Arbeiten für Hörfunk, Film und Fernsehen.

Zudem schrieb er Satiren und Features für verschiedene TV- und Rundfunkanstalten sowie Spielfilmdrehbücher für Kino- und TV-Filmproduktionen im In- und Ausland.

2006 feierte er bei dem Kinofilm FREUNDSCHAFT sein Debut als Regisseur. Zu seinem weiteren Tätigkeitsfeld gehört eine Jurorentätigkeit bei der Projektkommission des Österreichischen Filminstituts, seit 2008 ist er darüber hinaus Obmann des Verbandes Filmregie Österreich.

PHILLIP STÖLZL

(siehe Regie)

JOHANNES NABER – Drehbuch

Der gebürtige Baden-Badener Johannes Naber, Jahrgang 1971, studierte Philosophie und Indische Philologie an der FU Berlin, bevor er von 1993-1999 sein Film- und Medien-Studium an der Filmakademie Baden-Württemberg absolvierte. Ab 1995 war er als Oberbeleuchter für diverse TV-und Kinofilme tätig. Seit 1999 realisiert Johannes Naber als freier Regisseur und Drehbuchautor Kurz-, Dokumentar- und Spielfilme sowie Werbespots.

Zu seinen Arbeiten als Regisseur gehören u.a. der Dokumentarfilm „Popstars“ (1999), der für den Prix Europa 2000 nominiert wurde, der Dokumentarfilm „Anfassen erlaubt“ (2005) sowie Werbespots für die Deutsche Bahn, die HypoVereinsbank und das Land Baden-Württemberg.

Zudem schrieb er die Drehbücher für diverse Experimental- und Kurzfilme. Zuletzt realisierte er das Drehbuch für DIE ALBANER, dessen Produktion in Vorbereitung ist, Johannes Naber wird selbst die Regie führen.

BENEDIKT RÖSKAU – Drehbuchvorlage

Benedikt Röskau, 1961 in Frankfurt am Main geboren, studierte in München Philosophie, Germanistik und Theaterwissenschaften. Schon während seines Studiums wirkte er als Tontechniker bei zahlreichen Fernseh-, Spiel- und Dokumentarfilmen mit. Seit 1988 ist Röskau als Drehbuchautor für Kino und Fernsehen tätig. Für sein Drehbuch zu dem großen TV-Erfolg „Das Wunder von Lengede“(2002) erhielt er den Adolf-Grimme-Preis 2004.

Zudem schrieb er das Drehbuch zu dem kontrovers diskutierten Zweiteiler „Contergan – Eine einzige Tablette“, der mit der Goldene Kamera 2008 in der Kategorie Bester Deutscher Film, der Romy 2008 in der Kategorie Bester Fernsehfilm, dem FIPA D’OR 2008 für das Beste Drehbuch, sowie dem Bambi Sonderpreis 2007 ausgezeichnet wurde.

Von 1997 bis 2007 war Benedikt Röskau Mitglied des Vorstands des Verband Deutscher Drehbuchautoren e.V.

KOLJA BRANDT – Kamera

Kolja Brandt wurde 1969 in Berlin geboren und wuchs in Kreuzberg auf.

1993 begann er, als Nachrichten- und Reportagekameramann für das italienische Fernsehen zu arbeiten. Parallel arbeitete er als Beleuchter und Kameraassistent für Studentenfilme der DFFB.

Seit 2000 drehte Kolja Brandt eine Vielzahl von ausgezeichneten Musikvideos und Werbefilmen, wo er unter anderen die Regisseure Detlev Buck und Philipp Stölzl kennen lernte.

Gemeinsam mit dem Regisseur Detlev Buck realisierte Kolja Brandt 2005 seinen ersten Spielfilm KNALLHART, der 2006 mit dem Deutschen Filmpreis in Silber ausgezeichnet wurde.

Filmografie:

2008 NORDWAND, Regie: Philipp Stölzl

2005 KNALLHART, Regie: Detlev Buck

2003 IM DUNKELN, Regie: Johannes Grebert

1995 LANDING, Regie: Branwen Okpako

Die Kamera sollte mitklettern…

Interview mit Kolja Brandt

Wenn man sich NORDWAND ansieht, kann man sich sehr leicht vorstellen, dass der Film keine leichte Aufgabe für den Kameramann war. Welche Herausforderungen hat das Projekt an Sie gestellt?

In erster Linie: Die Geschichte im größtmöglichen Realismus zu erzählen! Der Film sollte sich nicht so anfühlen wie ein Hollywood-Bergfilm à la „Cliffhanger“ oder „Vertical Limit“, in denen das Bergsteigen meist total unglaubhaft rüberkommt und manche Sequenzen stark nach Studio aussehen. Unser Vorbild waren eher Filme wie das Dokumentarspiel „Touching the Void – Sturz ins Leere“, in denen man das Gefühl hat, die Kamera klettert mit. Fast wie bei einem Kriegsfotografen, der mitten im Gefecht arbeitet. Diese Art, an das Genre heranzugehen, ist natürlich nicht neu: Die alten Bergfilmer, Arnold Fanck, Luis Trenker etc., sind ja quasi auch dokumentarisch an den Berg herangegangen, haben, bei aller pathetischen Stilisierung dieser Filme, eher versucht, etwas einzufangen, was da ist, als etwas künstlich zu erfinden.

Von diesem Gedanken des dokumentarischen Realismus ausgehend, haben wir dann für den Film einen eher rauen Handkameralook gewählt, was die Szenen im Berg ziemlich glaubhaft macht, und dann aber auch nebenbei den anderen Spielszenen ganz gut tut, weil es der Verführung zum Malerischen, die ein historischer Film mit seiner Ausstattung, Kostümen, Frisuren etc. zwangsläufig mit sich bringt, energisch entgegentritt und raue Bilder generiert.

Dokumentarischer Realismus, das klingt stark nach einem Dreh am Originalschauplatz. Aber der Berg ist ja bekanntermaßen ein tückischer Drehort, vor allem was das Wetter betrifft, aber auch Steinschlag, Lawinen etc. machen den Filmarbeiten zu schaffen. Fanck und Trenker haben ja, wenn man ihren abenteuerlichen Berichten glauben darf, deswegen teilweise jahrlang an ihren Filmen gedreht…

Wir mussten da natürlich einen anderen Weg finden. Heute kann sich niemand mehr leisten, jahrelang zu drehen. Ganz abgesehen davon, dass unsere Schauspieler natürlich nur in einem begrenzten Zeitfenster zur Verfügung standen, dass man alle versichern musste etc. Wir haben deshalb den Plan entwickelt, mit Doubeln und kleinem Team in den Berg zu gehen, um dort unter möglichst echten Wetterbedingungen alle weiten Einstellungen der Bergszenen vorzudrehen. Später, an weniger gefährlichen Bergabschnitten und in einem zum Studio umfunktionierten Kühlhaus, sollten die Einstellungen mit den Schauspielern quasi passgenau nachgedreht werden, das Nachstellen des im Berg eingefangenen Wetters inklusive. Dieser Plan hat sich in der Praxis als sehr tauglich erwiesen, vor allem weil das extreme Maskenbild, die ganzen Erfrierungen etc., unter Bergbedingungen nie so hinzukriegen gewesen wären. Und natürlich weil wir die Bilder, die wir beim Vordreh bekommen haben, nie anders hätten herstellen können.

(Auszug eines Interviews, erschienen in „NORDWAND – Das Drama des Toni Kurz am Eiger“, AS Verlag 2008)

SVEN BUDELMANN – Schnitt

Sven Budelmann, Jahrgang 1973, begann seine Karriere als Cutter 1993 bei einer kleinen TV-Produktion in Bremen, bevor er ab 1994 als freischaffender Cutter Image- und Dokumentarfilme realisierte.

1997 realisierte er mit KISS MY BLOOD sein erstes Spielfilmprojekt und gab wenig später auch sein Musikvideo-Debut mit Rammsteins „Du hast“ unter der Regie von Philipp Stölzl. Seither hat er über 120 Musikclips u.a. von a-ha, Madonna und Herbert Grönemeyer geschnitten und arbeitete regelmäßig mit renommierten Musikvideomachern wie Daniel Lwowski, Zoran Bihac und Philipp Stölzl zusammen. 2001 gewann Sven Budelmann den Clip+ für den besten Schnitt an einem Musikvideo für seine Arbeit an „No Melody“ von Turntablerocker. Auch seine Werbefilme wurden mehrfach prämiert: Der McDonalds Werbespot „Outlakes“ (Regie: Andreas Hoffmann) wurde in Cannes mit dem Bronzenen Löwen 2003 ausgezeichnet, für den Audi-Werbespot „The Graduate“ (Regie: Michael Bay) erhielt er in Cannes den Silbernen Löwen 2004.

Zu Sven Budelmanns Langfilmen zählen BABY (2002) von Philipp Stölzl und VINETA (2006) von Franziska Stünkel.

Filmografie (Auszug):

Kinofilme

2008 NORDWAND, Regie: Philipp Stölzl

2006 VINETA, Regie: Franziska Stünkel

2002 BABY, Regie: Philipp Stölzl

UNA, Regie: Vicky Cohn

2000 Morituri Te Salutant (Kurzfilm), Regie: Philipp Stölzl)

1998 KISS MY BLOOD, Regie: David Jazay

UDO KRAMER – Production Design

„Für mich persönlich war der eindruckvollste Moment, als ich in Berchtesgaden vor dem Wohnhaus, der Pension Josefsheim, stand, in dem Toni Kurz seinerzeit gelebt hat und an dessen Wohnungstür immer noch der Name „Kurz“ steht. Hier wurde mir noch einmal klar, dass wir an einer Geschichte arbeiten, die sich wirklich zugetragen hat. Dieses Erlebnis veränderte meine Vorstellung von dieser in der Bergwelt einzigartigen Tragödie, dem Mut der Bergsteiger und deren unfassbarem Leid radikal…“

Udo Kramer, 1974 in Cloppenburg geboren, studierte an den Kunstakademien Münster und Düsseldorf Freie Kunst und wurde 1999 Meisterschüler von Prof. Joachim Bandau. Von 2002-2005 absolvierte er ein Szenografiestudium an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf Potsdam-Babelsberg, sein Abschlussfilm war TRANSPORT von Silvio Helbig.

Es folgten Kinoproduktionen wie KNALLHART (2005) von Detlev Buck sowie

FREE RAINER – DEIN FERNSEHER LÜGT (2007) von Hans Weingartner. Zu seinem Repertoire gehören zudem Werbefilme sowie Musikvideos wie „Benzin“ (2005) von der Gruppe Rammstein oder der WM-Hit „’54, ’74, ’90“ (2006) von Sportfreunde Stiller. Zuletzt arbeitete Udo Kramer an Leander Haußmanns ROBERT ZIMMERMANN WUNDERT SICH ÜBER DIE LIEBE und LILA, LILA unter der Regie von Alain Gsponer.

Filmografie (Auszug):

2008 NORDWAND, Regie: Philipp Stölzl

2007 FREE RAINER – DEIN FERNSEHER LÜGT, Regie: Hans Weingartner

2006 MISSION: IMPOSSIBLE III – Regie: J.J. Abrams (Modellbau)

2005 KNALLHART, Regie: Detlev Buck

2005 V FOR VENDETTA – Regie: James McTeigue (Zeichner)

2004 TRANSPORT (Kurzfilm), Regie: Silvio Helbig

2003 BEYOND THE SEA, Regie: Kevin Spacey (Modellbau)

2003 MEIN NAME IST BACH – Regie: Dominique de Rivaz (Set Designer)

BIRGIT HUTTER – Kostüm

„Die größte Herausforderung war das Patinieren der Kostüme auf alt, so dass sie gebraucht und vor allem vereist aussehen. Wir haben z.B. die Jacken, Hosen, Pullover, Mützen und Handschuhe mit einer Wachsschicht überzogen, die dann gebrochen wurde, damit es wie vereist aussieht…“

Die geborene Wienerin Birgit Hutter studierte Malerei an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien und in New York an der Art Students League.

Ihr Diplom für Bühnenbild und Kostüm erlangte sie in der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Später folgte ein Studium der Theaterwissenschaften an der Universität Wien.

Birgit Hutter war Assistentin von Vivienne Westwood und Marc Bohan und hatte einen Lehrauftrag für „Design im Film“ an der Hochschule für Angewandte Kunst.

Sie entwarf Kostüme für mehr als 100 Theaterstücke im deutschsprachigen Raum, unter anderem für „King Arthur“ und „Lucio Silla“ unter der Regie von Jürgen Flimm bei den Salzburger Festspielen. Zudem war Birgit Hutter in über 80 Filmen als Kostümbildnerin tätig.

1988 erhielt sie den Deutschen Filmpreis für die Kostüme von WEITES LAND unter der Regie von Luc Bondy.

Filmografie (Auszug):

2008 NORDWAND, Regie: Philipp Stölzl

2006 KLIMT, Regie: Raul Ruiz

2005 „Mozart“, Regie: Bernd Fischerauer

2003 „Käthchens Traum“, Regie: Jürgen Flimm

2001 EPSTEINS NACHT, Regie: Urs Egger

1999 GRIPSHOLM, Regie: Xavier Koller

1998 BERESINA, Regie: Daniel Schmidt

1983 „Eine blassblaue Frauenschrift“, Regie: Axel Corti

KITTY KRATSCHKE – Maske

Nach ihrer Ausbildung zur Friseurin und Maskenbildnerin begann Kitty Kratschke ihre Arbeit als Maskenbildnerin am Theater. 1998 fand sie ihren Weg zum Film und wirkte bei zahlreichen vor allem auch internationalen TV- und Kinoproduktionen mit. So war sie bei Dreharbeiten in China, England, Italien, Kenia, Österreich, der Schweiz und Spanien vor Ort.

Zu ihren Arbeiten zählen Filme wie NVA (2004) von Leander Haußmann, RAUCHZEICHEN (2005) von Rudolf Thome, WARUM MÄNNER NICHT ZUHÖREN UND FRAUEN SCHLECHT EINPARKEN (2007) von Leander Haußmann und JOHN RABE (2008) von Florian Gallenberger.

Zuletzt übernahm Kitty Kratschke die Maske für den TV-Film „Maja Berger“ unter der Regie von Ralf Huettner.

CONNIE SACCHI – Maske

Connie Sacchi besuchte nach ihrer Ausbildung zur Hairstylistin die Maskenbildnerschulen in Waldshut und London und spezialisierte sich hierbei neben klassischer Maskenbildnerei auf den Bereich Special Effects.

Seit 1996 ist sie als Maskenbildnerin für zahlreiche Kino- und TV Filme, Fotoproduktionen sowie Werbefilme tätig.

Als Chef-Maskenbildnerin arbeitet sie bei Filmen wie FUORI DALLE CORDE (2006) von Fulvio Bernasconi, MEIN FREUND (2007) von Micha Lewinsky oder ERNSTFALL IN HAVANNA (2001) von Sabine Boss mit.

DANIELA SKALA – Maske

Die Wienerin Daniela Skala war nach ihrer Ausbildung zur Friseurin als Maskenbildnerin an der Volksoper Wien tätig. Des Weiteren legte sie 1995 ihre Meisterprüfung zum Friseur und Perückenmacher ab und bildete sich im Bereich Maskenbau und Airbrush Make-up weiter. Seit 1988 war Daniela Skala als Maskenbildnerin für zahlreiche Theater- und Filmproduktionen tätig. Zu ihren Arbeiten gehören Filme wie FUNNY GAMES (1998) von Michael Haneke, ROTWEIN ODER TOTSEIN (2003) von Pepe Danquart, SILENTIUM (2003) von Wolfgang Murnberger, DAS PARFUM (2005) von Tom Tykwer, KABALE UND LIEBE (2005) von Leander Haußmann und DIE FÄLSCHER (2006) von Stefan Ruzowitzky.

Zuletzt war Daniela Skala als Head of Department bei der Kinoproduktion IN DREI TAGEN BIST DU TOT 2 von Andreas Prohaska tätig.

STEFAN KESSNER – Visual Effects

Stefan Kessner, Jahrgang 1975, war schon während seines Kommunikationsdesignstudiums als VFX-Artist und Supervisor für Musikvideoproduktionen tätig und wirkte an mehr als 200 Musikvideos, Fernsehfilmen und Dokumentationen mit. 2002 wechselte er zu FXFactory Berlin, seit 2005 arbeitet er als freiberuflicher VFX-Supervisor und realisiert Musikvideos, Werbespots, Kino- und TV-Filme sowie

Opern. Zu seinen Arbeiten zählen hierbei Musikvideos für Herbert Grönemeyer, Rammstein, Marius Müller-Westernhagen, Mick Jagger, Die Toten Hosen, Die Ärzte und Anastacia sowie Werbespots für die Deutsche Post, Telekom, Audi und Volkswagen.

Seit 2007 ist Stefan Kessner Geschäftsführer, VFX Producer und VFX Supervisor für LUG und TRUGFILM in Berlin und Köln.

MAX STOLZENBERG

Nachdem Max Stolzenberg, Jahrgang 1976, diverse Praktika bei Tonstudios und Filmmusikproduktionen absolviert hatte, studierte er von 2000-2005 Digitale Bildgestaltung an der Filmakademie Baden-Württemberg, im Rahmen dessen er einige Kurzfilme realisierte, die international ausgezeichnet wurden, wie der Film NO LIMITS (2004), der u.a. mit dem Prix Ars Electroncia 2004 in Linz und dem Special International Jury Prize beim International Animation Festival 2004 in Hiroshima ausgezeichnet wurde. Für seinen Film FABEL erhielt er die Auszeichnung Best Visual Effects Movie bei den Animex Awards 2006.

Schon während seines Studiums war Max Stolzenberg als freiberuflicher Animator und VFX Supervisor für Musikvideos, TV- und Kinofilme, Messen und Opern tätig.

Seit 2007 ist er Geschäftsführer, Animator und VFX Supervisor für LUG und TRUGFILM in Berlin und Köln.

CHRISTIAN KOLONOVITS – Musik

Christian Kolonovits wurde 1952 in Rechnitz (Burgenland) als Sohn eines kroatischen Vaters und einer ungarischen Mutter geboren. Bereits mit fünf Jahren erhielt er seinen ersten Klavierunterricht. Nach dem Gymnasium studierte er an der Wiener Musikhochschule. Während des Studiums arbeitete er als Studiomusiker, Barpianist und spielte in diversen Bands.

Praktisch alle namhaften österreichischen Interpreten wie Wolfgang Ambros, Rainhard Fendrich, Ludwig Hirsch und STS arbeiteten mit ihm zusammen. Internationale Stars wie Placido Domingo, José Carreras, Luciano Pavarotti, Sarah Brightman, DJ Bobo, Michael Bolton, Patricia Kaas, Boney M., José Feliciano, Tiger Lillies und Scorpions wissen seine Qualitäten als Arrangeur, Komponist und Musikproduzent zu schätzen. Darüber hinaus schuf er zahlreiche eigene Kompositionen u.a. für das Burgtheater, sowie für Film und Fernsehen. Insgesamt erarbeitete er bisher 300 Alben und CDs und erhielt 70 Gold- und Platin Awards.

In den 90er Jahren verlegte er seine musikalischen Schwerpunkte auf symphonische Arbeiten. Projekte mit namhaften internationalen Orchestern sowie diverse Crossover-Projekte wie „V.S.O.P“ (Wiener Symphoniker) und „Moment of Glory“ (Berliner Philharmoniker / Scorpions) erlangen Weltruhm. 2003 komponiert er die Linzer Klangwolke, bei der José Carreras-CD „Energia“ betreut er den großen Sänger als Produzent, Arrangeur und Dirigent. Neben dem neu gegründetem Festival „VOX Pannonica“, für das er das Folkmusical „Coming home“ komponierte, arbeitet er bis heute an zahlreichen Produktionen der Vereinigten Bühnen Wien, der Wiener Volksoper und anderen Bühnen als Dirigent, Arrangeur und Komponist („The Little Match Girl“, „Wake up“, „Die Habsburgischen“, „Romeo & Julia“ und „Die Weberischen“). Darüber hinaus komponierte er zu zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen die Musik.

BORIS SCHÖNFELDER – Produzent

Der gebürtige Heidelberger studierte von 1987 bis 1993 an der Universität von Köln sowie an der Sorbonne in Paris Film. Nach einem journalistischen Volontariat beim SWR in Baden-Baden war Boris Schönfelder zunächst drei Jahre lang als Redakteur bei der Degeto Film tätig und verantwortete als Leitender Redakteur von 1998 bis 2001 die dortige Produktionsabteilung. Von 2002-2007 war Boris Schönfelder geschäftsführender Gesellschafter der MedienKontor Movie, seit 2007 ist Schönfelder Geschäftsführer der Neuen Kinowelt Filmproduktion.

Als Redakteur zeichnete er für zahlreiche nationale und internationale Koproduktionen wie „Kommissar Beck – die neuen Fälle“ (1997), „Logan – ein Bulle unter Verdacht“ (Regie: Burt Reynolds, 1998), „Erdbeben in New York“ (Regie: Terry Ingram, 1998), „Angst über den Wolken“ (Regie: Mario Azzopardi, 1999) und „Der blonde Affe“ (Regie: Thomas Jauch, 1999) verantwortlich. Seine redaktionelle Handschrift trägt auch die Reihe „Donna Leon – Die Fälle des Commissario Brunetti“ (2000) sowie die TV-Movies „Mord im Kloster“ (Regie: Jose Maria Sánchez, 1998), „Die Katzenfrau“ (Regie: Martin Enlen, 2002), Michael Kreihsls Komödien „Probieren Sie’s mit einem Jüngeren“(2000) und „Tigermännchen sucht Tigerweibchen“.

Boris Schönfelder produzierte mit MedienKontor erfolgreiche Fernsehfilme wie „Heimliche Liebe“ (Regie: Franziska Buch, 2005), „Ein langer Abschied“ (Regie: Johannes Fabrick, 2006), und „Vater Undercover“ (Regie: Vivian Naefe, 2006) ?sowie Christian Alvarts spektakulären Kino-Thriller ANTIKÖRPER (2005), der nach seiner Premiere beim Tribeca Filmfestival in New York in über 30 Länder verkauft wurde und dem Regisseur den Weg nach Hollywood ebnete.?

Mit Christian Alvart bereitet Boris Schönfelder auch die Verfilmung des Kultromans DAS SCHWARZLICHTTERRARIUM vor.

DANNY KRAUSZ – Produzent

Der 1958 in Wien geborene Danny Krausz gründete mit Milan Dor 1988 die Produktionsfirma Dor Film in Wien. Krausz eigen- und koproduzierte bisher 48 Spielfilme, 15 TV-Filme, 4 TV-Serien und 10 Dokumentarfilme. 6 seiner Spielfilme sind unter den österreichischen Top 10.

Mit INDIEN von Paul Harather etablierte Danny Krausz 1993 das Genre der sogenannten „Kabarettfilme“, welche in der Regel auf bekannte Volksschauspieler der österreichischen Kabarettszene zurückgreifen.

Zu deren Erfolgen auf dem Kinosektor zählen neben dem bestbesuchten österreichischen Film der letzten 20 Jahre, HINTERHOLZ 8 (1998), der Kinohit POPPITZ (2002), beide von Harald Sicheritz, ebenso wie KOMM, SÜSSER TOD und SILENTIUM! (Regie: Wolfgang Murnberger, 2000/2004), DIE SIEBTELBAUERN (1998), der international enorm erfolgreiche Alpenwestern von Stefan Ruzowitzky oder auch der für Furore sorgende Dokumentarfilm IM TOTEN WINKEL. HITLERS SEKRETÄRIN von André Heller und Othmar Schmiderer (2002). Zu seinen jüngeren Produktionen gehören Wolfgang Murnbergers Familienfilm LAPISLAZULI (2006) und das Beziehungsdrama 42PLUS (2007) von Sabine Derflinger.

Darüber hinaus koproduzierte Danny Krausz Kinoerfolge wie SCHLAFES BRUDER (1995) und COMEDIAN HARMONISTS (1997) von Joseph Vilsmaier, SUNSHINE von István Szábó (1999), oder GRIPSHOLM von Xavier Koller (2000).

1998 gründete Krausz die Dor Film-West in München.

Für seine Produzententätigkeiten ist Danny Krausz bereits mehrmals, u.a. mit dem Produzenten-Preis des Filmfestivals Saarbrücken (1996), der Romy für den Besten Produzenten 1999 sowie dem Preis für innovatives Kino der Diagonale in Graz im Jahr 2002, sowie mit einer weiteren Romy für den Besten TV-Film 2007 ausgezeichnet worden.

Darüber hinaus hat er mit der tschechischen Koproduktion ZELARY von Ondrej Trojan 2004 eine Oscar-Nominierung erhalten und war an 2 weiteren Koproduktionen beteiligt, die Oscar-prämiert wurden. 2002 gab es für IM TOTEN WINKEL eine Nominierung zum Europäischen Filmpreis für den Besten Dokumentarfilm.

Aktuell befinden sich DER KNOCHENMANN von Wolfgang Murnberger, HEXE LILLI von Stefan Ruzowitzky, Georges Taboris MEIN KAMPF (Regie: Urs Odermatt), sowie Waries Diris Bestseller-Verfilmung WÜSTENBLUME (Regie: Sherry Hormann) in Produktion.

Danny Krausz lebt mit seiner Frau und seinen 7 Kindern in Wien.

RUDOLF SANTSCHI – Produzent

Von 1970 bis 1990 arbeitete Rudolf Santschi als freier Aufnahme-, Produktions- und Herstellungsleiter für 23 Spielfilme, 13 Fernsehfilme und 3 Fernsehserien. Darunter befinden sich Filme wie DIE SCHWEIZERMACHER, DER ERFINDER, HÖHENFEUER, „Eurocops“ etc. aber auch internationale Produktionen wie BRASS TARGET, ZAUBERBERG, LILI MARLEN etc.

1991 gründet er zusammen mit Christof Vorster die Produktionsfirma TRILUNA FILM AG in Zürich. Seither entstanden 12 nationale und internationale Spielfilme, 6 Fernsehfilme und 6 lange Dokumentarfilme. Einige dieser Filme wurden für den Schweizer Filmpreis nominiert. Für DAS STILLE HAUS erhält TRILUNA FILM den Filmpreis der Stadt Zürich und für UTOPIA BLUES unter anderem zwei Schweizer Filmpreise (Bester Spielfilm, Bester Hauptdarsteller) sowie den Max-Ophüls-Preis (Bestes Drehbuch, Bester Nachwuchsdarsteller). Bei den Co-Produktionen wurde JUSTIZ für den Golden Globe nominiert.

Auch im letzten Jahr realisierte und entwickelte TRILUNA FILM packende Geschichten – von der populären Komödie DRACULA JUNIOR über den politischen Dokumentarfilm L’AFFAIRE BARSCHEL – SILENCE DE MORT bis hin zu der philosophisch, weltanschaulichen Beschäftigung mit dem I Ging. Das Ziel dabei ist, einem neugierigen Publikum auf unterhaltsame Weise Einblicke in spannende, fremde und manchmal auch irritierende Welten zu geben.

BENJAMIN HERRMANN – Produzent

Der 1971 geborene Benjamin Herrmann wurde nach seiner Regieausbildung an der Münchner Filmhochschule, wo er 1997 für seinen Abschlussfilm DER GROSSE LACHER mit zahlreichen Kurzfilmpreisen ausgezeichnet wurde, Redaktionsleiter der Abteilung Deutsche Kinofilme & TV-Movies bei ProSieben. Dort produzierte er über 40 Fernseh- und Kinofilme, wie zum Beispiel die Kritiker- und Publikumserfolge TODFEINDE von Oliver Hirschbiegel, FUSSBALL IST UNSER LEBEN von Tomy Wigand oder das mit zwei Grimme-Preisen ausgezeichnete PHANTOM von Dennis Gansel. Als Executive Producer verantwortete er den erfolgreichsten deutschen Film aller Zeiten, DER SCHUH DES MANITU von Michael Bully Herbig.

2000 wurde Benjamin Herrmann Geschäftsführer der Senator Film Produktion und des Senator Film Verleihs und war für alle Produktions- und Verleihaktivitäten verantwortlich. Erfolgreiche Filme wie Oliver Hirschbiegels DAS EXPERIMENT, Peter Thorwarths WAS NICHT PASST, WIRD PASSEND GEMACHT, Lasse Hallströms CHOCOLAT, Christian Züberts LAMMBOCK, Sönke Wortmanns DAS WUNDER VON BERN, Anno Sauls WO IST FRED? und Christian Carions Oscar-nominierten MERRY CHRISTMAS wurden von ihm (co-) produziert bzw. verliehen.

2006 gründete er die Filmproduktionsfirma und den Filmverleih Majestic. Der erste große Film des jungen Unternehmens, Doris Dörries Überraschungshit KIRSCHBLÜTEN – HANAMI, ist der erfolgreichste Arthouse-Film des Jahres 2008. Außerdem verlieh Hermann mit Majestic Sarah Polleys Regiedebut AN IHRER SEITE mit der Oscar-nominierten Julie Christie in der Hauptrolle.

Aktuell produziert Benjamin Herrmann Florian Gallenbergers Drama über JOHN RABE, dessen Dreharbeiten bereits abgeschlossen sind, sowie Sherry Hormans Bestseller-Verfilmung WÜSTENBLUME. Beide Filme kommen 2009 in die Kinos. In Zusammenarbeit mit Danny Krausz entsteht außerdem die Wolf-Haas-Verfilmung DER KNOCHENMANN mit Josef Hader in der Hauptrolle.

Quelle: Majestic Filmverleih GmbH

 
06 7892 · 07 5 · # 23. November 2017