Home / Aktuelle NEWS / Epilepsie beim Hund: Krank, aber nicht verrückt

 
Epilepsieanfälle treten meistens in Ruhephasen und in der häuslichen Umgebung auf. Täglicher Auslauf schadet einem kranken Hund deshalb nicht. Junge Hunde und bestimmte Rassen wie beispielsweise der Schäferhund sind häufiger betroffen als andere Rassen. Foto: Bundesverband für Tiergesundheit e.V./Friederike Krick

Epilepsieanfälle treten meistens in Ruhephasen und in der häuslichen Umgebung auf. Täglicher Auslauf schadet einem kranken Hund deshalb nicht. Junge Hunde und bestimmte Rassen wie beispielsweise der Schäferhund sind häufiger betroffen als andere Rassen. Foto: Bundesverband für Tiergesundheit e.V./Friederike Krick

Epilepsie beim Hund: Krank, aber nicht verrückt – Diagnose „Epilepsie“! Schlimmer kann es für einen Tierhalter wohl kaum kommen. Und es trifft nicht immer nur die anderen, denn epileptische Anfälle sind die häufigste chronische neurologische Funktionsstörung bei Hunden. Um es gleich vorweg zu nehmen. Diese Krankheit ist erschreckend, bedeutet aber nicht das Ende. Ein Hund kann, wenn er gut auf seine Medikamente eingestellt ist, sehr gut damit leben.

Bei kaum einer anderen Erkrankung muss der Tierhalter so eng mit dem Tierarzt zusammen arbeiten wie bei der Epilepsie. Das beginnt bereits bei der Diagnose. Die beste Behandlungsmethode findet der Tierarzt, wenn er den Verlauf der Anfälle kennt. Diese Information hat nur der Hundehalter. Ein Tagebuch oder eine Videodokumentation beispielsweise mit Hilfe eines Handys liefert wichtige Hinweise. Die richtige Diagnose ist sehr wichtig, denn Epilepsie kann unterschiedliche Ursachen haben. So können beispielsweise Stoffwechselerkrankungen epilepsieartige Krämpfe auslösen. Werden diese Krankheiten behandelt, verschwinden auch die Anfälle.

Am häufigsten aber ist die sogenannte idiopathische Epilepsie, über deren Ursachen nur wenig bekannt ist. Sie tritt meist in den ersten fünf Lebensjahren auf. Bestimmte Rassen, u.a. Golden Retriever, Beagle, Collie, Pudel oder Schäferhund, sind anfälliger als andere Rassen. Männliche und weibliche Tiere sind gleichermaßen betroffen. Man vermutet auch, dass Epilepsie weitervererbt werden kann.

Der erste Anfall ist eine besonders erschreckende Erfahrung für den Hundebesitzer. Infolge treten die Anfälle in immer kürzeren Abständen auf. Zwischen den Anfällen erscheint der Hund völlig normal. Auffällig ist, dass Anfälle nahezu immer im Haus, also in der vertrauten Umgebung, und in Ruhephasen auftreten. Anstrengung und täglicher Auslauf schaden dem kranken Tier also in keiner Weise.

Während der Behandlung ist viel Geduld gefragt. Die ersten Erfolge zeigen sich meist erst nach drei bis vier Wochen. Es dauert eine Weile, bis der Tierarzt die richtige Medikamenteneinstellung gefunden hat. Entsprechend verlängert sich die Beobachtungsphase bei einem Dosierungswechsel um jeweils weitere vier Wochen. So kann es Monate dauern, bevor eine Besserung klar erkennbar wird. Auch während dieser Zeit sollte der Hundehalter ein genaues Tagebuch über die Anfälle führen. Ist die richtige Dosierung dann gefunden, müssen die Medikamente lebenslang verabreicht werden. Damit kann ein Hund sehr gut leben. Quelle: Bundesverband für Tiergesundheit e.V., Dr. Martin Schneidereit

 
06 869 · 07 6 · # 12. November 2017