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Ausbau und Verfahrensoptimierung steigerten die Reinigungsleistung - Vor 40 Jahren – im Dezember 1970 – hatte der Wupperverband das Klärwerk Hückeswagen in Betrieb genommen. In dem Klärwerk werden heute die Abwässer aus Hückeswagen, Wipperfürth und Kierspe-Rönsahl gereinigt. Foto: Wupperverband

Ausbau und Verfahrensoptimierung steigerten die Reinigungsleistung - Vor 40 Jahren – im Dezember 1970 – hatte der Wupperverband das Klärwerk Hückeswagen in Betrieb genommen. In dem Klärwerk werden heute die Abwässer aus Hückeswagen, Wipperfürth und Kierspe-Rönsahl gereinigt. Foto: Wupperverband

Klärwerk Hückeswagen seit 40 Jahren in Betrieb – Das Klärwerk Hückeswagen hat eine Ausbaugröße von 48.000 Einwohnerwerten. Das sind Einwohner und so genannte Einwohnergleichwerte aus Industrie und Gewerbe. Pro Jahr werden im Klärwerk Hückeswagen rund 7,5 Mio. Kubikmeter Abwasser gereinigt. Das entspricht der Wassermenge in der Vorsperre Große Dhünn. Auf der Anlage arbeiten 8 Mitarbeiter und 2 Auszubildende. In den 40 Jahren des Bestehens haben sich die Anforderungen an die Reinigungsleistung und somit an die Anlage verändert. Zunächst wurde das Abwasser nur mechanisch gereinigt.  Das heißt, grobe Schmutzstoffe, wie Hygieneartikel, und absetzbare Stoffe, z. B. Sand, wurden entfernt.

Bereits Ende der 1970er Jahre kam eine weitere Reinigungsstufe hinzu, die Belebungs- und Nachklärbecken wurden 1979 fertig gestellt. Das Abwasser konnte nun auch biologisch behandelt werden. In den Belebungsbecken werden mit Hilfe von Mikroorganismen die im Abwasser enthaltenen organischen Verbindungen, z. B. Kohlenstoff, und Stickstoff unter Zugabe von Luftsauerstoff entfernt. Auch ein Teil des Phosphors, der im Abwasser gelöst ist, wird in den Belebungsbecken durch die Zugabe von Eisensalzen gebunden.

1990 nahm der Wupperverband eine weitere wichtige Anlage im Klärwerk Hückeswagen in Betrieb: die Flockungsfiltrationsanlage. Die Flockungsfiltration ermöglicht eine weitergehende Entfernung des Phosphors, als sie in den Belebungsbecken möglich ist. Die Nährstoffe Stickstoff und Phosphor begünstigen in zu hoher Konzentration das Algenwachstum und beeinträchtigen dadurch die in den Gewässern lebenden Fische und Kleinstlebewesen.

Ausbau des Klärwerks von 1996 bis 2000 – Um die Reinigungsleistung des Klärwerks Hückeswagen an die gestiegenen gesetzlichen Anforderungen anzupassen, hat der Wupperverband die Anlage von 1996 bis 2000 umfangreich ausgebaut. Insbesondere die biologische Reinigungsstufe wurde erweitert. Durch den Bau von 2 neuen Belebungsbecken wurde das Volumen der Belebungsstufe um das Fünffache vergrößert und dadurch die Reinigungsleistung gesteigert. Die Nährstoffe können gezielter aus dem Abwasser entfernt werden. Die Reinigungsleistung des Klärwerks Hückeswagen beträgt bei Phosphor rund 86 Prozent und bei Stickstoff rund 76 Prozent. Da das gereinigte Abwasser in die Wupper-Vorsperre – und somit in die Wupper – eingeleitet wird, hat die Ausbaumaßnahme zur Verbesserung der Wasserqualität beigetragen.

Pro Jahr rund 690.000 Kilowattstunden Strom aus Klärgas – Seit dem Jahr 2000 nutzt der Wupperverband das im Klärwerk Hückeswagen bei der Klärschlammfaulung entstehende Biogas zur Stromerzeugung. Pro Jahr werden im Blockheizkraftwerk rund 690.000 Kilowattstunden Strom erzeugt. Das entspricht in etwa dem Jahresbedarf von 150 Vier-Personenhaushalten. Der Wupperverband nutzt den Strom direkt in der Anlage. Durch die Eigenerzeugung kann rund ein Drittel des Strombedarfs im Klärwerk Hückeswagen gedeckt werden.

Wupperverband – Der Wupperverband wurde 1930 gegründet mit der Zielsetzung, die wasserwirtschaftlichen Aufgaben im 813 km² großen Einzugsgebiet der Wupper über kommunale Grenzen hinweg zu erfüllen. Für den Verband stehen als öffentlich-rechtliches Unternehmen nicht Gewinnorientierung, sondern der Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung der Ressource Wasser im Mittelpunkt sowie vertretbare Kosten und maximale Leistung für Mitglieder und BürgerInnen.

Der Wupperverband betreibt 12 Talsperren, 11 Klärwerke, eine Schlammverbrennungsanlage und weitere Anlagen, z. B. Hochwasserrückhaltebecken und Regenbecken. Er unterhält insgesamt rund 2.300 Kilometer Flüsse und Bäche. Verbandsmitglieder sind Städte und Gemeinden, Kreise, Wasserversorgungsunternehmen, Industrie sowie Gewerbe im Wuppergebiet. Quelle: Wupperverband

 

 
06 1348 · 07 2 · # 18. November 2017